Im Jahr 2025 startet in Marokko ein zukunftsweisendes Projekt zur Förderung des Tamazight-Sprachunterrichts, das auf moderne Technologien setzt, um das Erlernen der Sprache spannend und zugänglich zu gestalten. Yassine Ait Addi, der Visionär hinter dem interaktiven Lernkartensatz „Likart“, erläutert, wie das Projekt entstanden ist und welche Ziele es verfolgt.
Die Entstehung von „Likart“: Eine persönliche Inspiration
Die Idee zu „Likart“ entstand aus der eigenen Erfahrung von Yassine Ait Addi, der das Tifinagh-Alphabet als Kind in einer kulturellen Vereinigung erlernte. „Ich habe den Mangel an modernen, interaktiven Lehrmaterialien bemerkt, die den Kindern helfen könnten, die Tamazight-Kultur zu verstehen und die Sprache zu erlernen“, erklärt Ait Addi. Als Grafikdesigner und mit einer Leidenschaft für technologische Innovationen, fragte er sich: „Warum nicht meine Fähigkeiten nutzen, um das Erlernen der Tamazight-Sprache auf eine moderne, spannende Art zu fördern?“ So entstand die Idee für den interaktiven Kartensatz, der den traditionellen Unterricht mit modernen Technologien wie 3D-Modellen und Augmented Reality kombiniert.
„Likart“ ist ein Lernsystem, das Kinder auf spielerische Weise in die Tamazight-Sprache einführt. Mit mehrsprachigen Karten (Arabisch, Tamazight, Französisch und Englisch) können sie nicht nur die Wörter lernen, sondern diese auch in einer App hören und durch 3D-Modelle visuell erleben. Dabei wurde das Projekt von einem engagierten Team entwickelt, das auch durch die Unterstützung von Mohamed Ajarar, Leiter der technischen Strategie, und Hanane Ouddoud, Leiterin für Kommunikation und Marketing, vorangetrieben wurde.
Ein interaktives Lernerlebnis für die Zukunft
Der Erfolg von „Likart“ beruht auf der Kombination von traditionellem Lernen und digitalen Technologien. Was als einfaches Kartenspiel begann, hat sich mittlerweile zu einem vollständigen interaktiven Lernsystem entwickelt. Die dazugehörige mobile App verstärkt das pädagogische Erlebnis, indem sie den Kindern ermöglicht, die korrekte Aussprache zu hören und 3D-Modelle zu sehen, die das Lernen visuell und akustisch bereichern.
„Die Herausforderung war es, nicht nur ein lehrreiches Produkt zu schaffen, sondern auch eines, das Kinder fesselt und die Lernmotivation steigert“, so Ait Addi. Durch die Verwendung von Augmented Reality und modernen grafischen Techniken konnte dieses Ziel erreicht werden. Das Ergebnis ist ein interaktives, multimodales Lernwerkzeug, das den traditionellen Unterricht unterstützt und erweitert.
Förderung der Tamazight-Sprache und Kultur
Das Hauptziel von „Likart“ ist es, die Tamazight-Sprache und -Kultur zu fördern und sie in den Alltag zu integrieren. „Obwohl die Tamazight-Sprache mittlerweile offiziell anerkannt ist, gibt es noch viel zu tun, um sie in die Gesellschaft einzuführen“, betont Ait Addi. Die Verwendung digitaler Technologien soll dabei helfen, die Sprache und Kultur für die nächste Generation attraktiver und leichter zugänglich zu machen. Besonders hervorzuheben ist die mehrsprachige Ausrichtung des Projekts, die es den Kindern ermöglicht, Tamazight in Verbindung mit anderen Sprachen zu erlernen.
Unterstützung für Lehrer und Schüler
„Likart“ richtet sich nicht nur an Kinder, sondern auch an Lehrer. Die Karten können im Klassenzimmer genutzt werden, um Vokabeln zu vermitteln, während die App die Möglichkeit bietet, das Lernen interaktiver zu gestalten. Lehrkräfte können die Technologie nutzen, um 3D-Visualisierungen und die korrekte Aussprache in den Unterricht zu integrieren, was den Schülern hilft, das Gelernte besser zu verinnerlichen. In Zukunft sollen zusätzliche Inhalte entwickelt werden, um Lehrkräfte noch besser zu unterstützen, etwa durch Unterrichtspläne oder interaktive Übungen.
Ein Modell für andere Sprachen
Der Erfolg von „Likart“ hat das Potenzial, über die Tamazight-Sprache hinauszuwachsen. Ait Addi und sein Team haben bereits Pläne, das Modell auf andere Sprachen auszuweiten. „Unser Ziel ist es, das Projekt so weiterzuentwickeln, dass es nicht nur für die Tamazight-Sprache, sondern auch für andere Sprachen und Fächer wie Naturwissenschaften oder Geschichte genutzt werden kann“, erklärt Ait Addi. „Likart“ könnte als Vorlage für den digitalen Sprachunterricht dienen und dazu beitragen, den Unterricht in verschiedenen Disziplinen dynamischer und interaktiver zu gestalten.
Die digitale Zukunft der Bildung in Marokko
Marokko befindet sich auf einem vielversprechenden Weg hin zu einer stärker technologiegestützten Bildung. Plattformen für Online-Lernen und mobile Anwendungen sind bereits fester Bestandteil vieler Klassenzimmer. Ait Addi ist zuversichtlich, dass „Likart“ ein weiterer Schritt in diese Richtung ist. „Die Integration von Augmented Reality und anderen modernen Technologien hat das Potenzial, den Sprachunterricht in Marokko zu revolutionieren“, sagt er. Zukünftig sollen Lehrer besser in der Nutzung solcher Technologien geschult werden, und der Zugang zu digitalen Ressourcen sollte auch in ländlichen Gebieten verbessert werden.
Positive Rückmeldungen und Ausblick
Die Rückmeldungen zu „Likart“ sind äußerst positiv. Kinder sind von der spielerischen Art des Lernens begeistert, während Eltern die Möglichkeit schätzen, gemeinsam mit ihren Kindern zu lernen. Lehrer berichten von einer gesteigerten Motivation und verbesserten Sprachkenntnissen bei ihren Schülern. Das Projekt ist somit nicht nur ein Erfolg im Bildungsbereich, sondern trägt auch zur Förderung der Tamazight-Sprache bei.
Langfristig sieht Ait Addi „Likart“ als ein Werkzeug, das nicht nur die Tamazight-Sprache, sondern auch andere Fachgebiete revolutionieren könnte. Mit dem Fokus auf interaktive 3D-Modelle und Augmented Reality könnte „Likart“ zu einem vielseitigen und global einsetzbaren Lernwerkzeug werden, das die Bildungslandschaft weltweit bereichern könnte.
Durch die Weiterentwicklung von „Likart“ und die Ausweitung auf weitere Sprachen und Disziplinen könnte das Projekt zu einem internationalen Modell für modernen, interaktiven und inklusiven Unterricht werden.
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