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Ein Deutscher und die marokkanische Sahara: Mourad Kusserow und der Grüne Marsch
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Ein Deutscher und die marokkanische Sahara: Mourad Kusserow und der Grüne Marsch

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Zum 51. Jahrestag des Grünen Marsches am 6. November 2026 erinnert TIMA an einen deutschen Journalisten, der Marokko zu seiner zweiten Heimat machte. Mourad Kusserow erlebte den Marsch als Reporter und Fotograf. Seine Erinnerungen erzählen von menschlicher Verbundenheit, nationalem Zusammenhalt und seinem Engagement für die territoriale Integrität des Königreichs.

Als am 6. November 1975 rund 350.000 Freiwillige dem Aufruf König Hassan II. zum Grünen Marsch folgten, entstand eines der prägendsten Bilder der modernen marokkanischen Geschichte. Unter ihnen waren 35.000 Frauen. Im nationalen Gedächtnis steht dieser Tag für die Überwindung kolonialer Teilung, die Rückkehr der südlichen Provinzen zum Mutterland und die Wiederherstellung der territorialen Einheit des Königreichs.

Zu den Zeitzeugen gehörte Mourad Kusserow. Der deutsche Journalist begleitete die Vorbereitungen und den Verlauf des Grünen Marsches mit seiner Kamera. Besonders bewegten ihn die Solidarität, die Gastfreundschaft und die Entschlossenheit der Teilnehmenden. Noch Jahrzehnte später erinnerte er sich an die Menschen, die gemeinsam aufbrachen, getragen von ihrer Verbundenheit mit ihrem Land.

1939 als Ulrich Kusserow in Berlin geboren, führte ihn sein Lebensweg früh nach Nordafrika. Anfang der 1960er-Jahre unterstützte er von Marokko aus die algerische Unabhängigkeitsbewegung. Von 1965 bis 1994 arbeitete er als Redakteur für die Deutsche Welle. Marokko blieb ein fester Bezugspunkt seines Lebens; insbesondere Agadir wurde zu seiner zweiten Heimat.

Seine Erfahrungen verarbeitete er in Büchern und journalistischen Beiträgen. In „Schicksal Agadir – Maghrebinische Abenteuer“, erschienen 2012 im Verlag Donata Kinzelbach, verband er seinen persönlichen Lebensweg mit der Geschichte Marokkos. Auch seine Teilnahme am Grünen Marsch fand darin ihren Platz. Politische Ereignisse und menschliche Begegnungen gehörten für ihn untrennbar zusammen.

Kusserow verstand den Grünen Marsch als Wiedervereinigung historisch zusammengehörender Landesteile. Er unterstützte die Souveränität Marokkos über seine südlichen Provinzen und machte aus dieser Überzeugung keinen Hehl. Sein Engagement für die marokkanische Sahara war Ausdruck einer tiefen persönlichen Verbundenheit. Er schrieb als Zeitzeuge, dessen Begegnungen und Erfahrungen seine politische Haltung nachhaltig geprägt hatten.

Wie lebendig diese Verbindung blieb, zeigte sich 2010. Zum 35. Jahrestag des Grünen Marsches berichtete Kusserow bei einer Veranstaltung der marokkanischen Botschaft in Berlin über seine Erlebnisse und präsentierte Fotografien aus seinem persönlichen Archiv. Dabei würdigte er den Zusammenhalt der Marschierenden und unterstützte ausdrücklich die marokkanische Autonomieinitiative als Weg zu einer dauerhaften politischen Lösung des regionalen Konflikts um die marokkanische Sahara.

Seine Haltung berührt damit ein zentrales Anliegen der marokkanischen Diplomatie unter der Führung Seiner Majestät König Mohammed VI.: die Verteidigung der territorialen Integrität des Königreichs und die Stärkung der internationalen Unterstützung für die marokkanische Souveränität über die südlichen Provinzen. Die 2007 vorgelegte Autonomieinitiative bietet hierfür einen politischen Rahmen. Sie sieht eine weitreichende Selbstverwaltung unter marokkanischer Souveränität vor und soll eine dauerhafte, ausgehandelte Lösung ermöglichen.

Für diesen Ansatz hat Marokko bedeutende diplomatische Unterstützung gewonnen. Frankreich erklärte 2024, dass es die Gegenwart und Zukunft der Sahara im Rahmen marokkanischer Souveränität sehe. Paris betrachtet die marokkanische Autonomieinitiative als einzige Grundlage für eine gerechte, dauerhafte und ausgehandelte politische Lösung. Diese Position bekräftigte das französische Außenministerium im Juli 2026. Für das Königreich stellt sie einen wichtigen diplomatischen Erfolg dar.

Auch die Resolution 2797 des UN-Sicherheitsrates vom 31. Oktober 2025 stärkte die Stellung der marokkanischen Autonomieinitiative. Der Rat unterstützte Verhandlungen auf Grundlage dieses Vorschlags und bekräftigte zugleich das Ziel einer gerechten, dauerhaften und für die Beteiligten annehmbaren politischen Lösung, die die Selbstbestimmung der Bevölkerung gewährleistet. Damit erhielt die Initiative zusätzliches Gewicht im diplomatischen Prozess.

Zwischen dem Grünen Marsch und diesen diplomatischen Entwicklungen liegt ein halbes Jahrhundert. Im marokkanischen Verständnis verbindet beide das Bestreben, die territoriale Einheit des Königreichs zu festigen und ihre internationale Anerkennung zu stärken. Der Feiertag am 6. November erinnert deshalb an die nationale Mobilisierung von 1975 und richtet zugleich den Blick auf die Zukunft der südlichen Provinzen.

Mourad Kusserow starb 2019. Die jüngsten diplomatischen Entwicklungen hat er nicht mehr erlebt. Seine Bücher und Fotografien bewahren jedoch die Erinnerungen eines Deutschen, der sich Marokko tief verbunden fühlte und den Grünen Marsch als einen Höhepunkt seines journalistischen Lebens betrachtete.

Zum 51. Jahrestag verdient auch diese persönliche Geschichte ihren Platz im Gedenken. Für Kusserow erhielt die Verbundenheit mit der marokkanischen Sahara ein menschliches Gesicht: in den Begegnungen mit den Menschen, deren Hoffnung, Solidarität und Vertrauen in die Zukunft ihres Landes ihn ein Leben lang begleiteten.

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